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Kwasi

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Bedeutung

Wissen Der Begriff ist nur eine Umschreibung und hat kein vergleichbares Wort in der deutschen Sprache.

Wissen ist in der Nienetwiler Kultur nicht gleichbedeutend wie in der deutschen oder englischen Sprache. Wissen ist nicht etwas festes, sondern ein Prozess. Eine Momentaufnahme die es immer wieder zu ergründen gilt.

Es gibt verschiedene Formen von "Wissen":

1. Erfahrung/Verständnis. Diese kann ergänzt oder revidiert werden. Das Verstehen durch erleben: erlernen einer Sprache und verstehen von Sätzen; Die Erfahrung durch erleben:Finger auf die heisse Herdplatte

2. Übereinkünfte (etwa: die Farbe des Himmels ist blau). Sowohl "Himmel" als auch "blau" sind Begriffe die einer Übereinkunft bedürfen. Wenn diese fehlt, muss sie erarbeitet werden.

3. Vorübergehende Erkenntnis (z. B. der Berg ist gross). Diese kann sich ändern, wenn die Fragestellung/Betrachtung sich ändert. So etwa, wenn ein Vergleich angestellt wird.

4. Wissen durch Behauptung. Eine Tatsache muss nicht wahr sein, um gewusst zu werden. Eine Lüge kann man glauben. Noch während Sie das lesen, hätten Sie sich bewusst sein sollen, dass alles in diesem Lexikon erfunden ist (was nicht heisst, dass es nicht auch wahr ist).


Wissen ist also immer veränderlich und nie fest.

Grundvoraussetzung von Wissen ist, dass jemand eine oder mehrere Informationen aufnimmt. Die Interpretation der Information bestimmt die Möglichkeiten, welche dieses Wissen im Moment bietet.

Die Interpretation ist abhängig von dem, was bereits an Wissen vorhanden ist.

Interessanterweise gibt es ein Wort für Nicht-Wissen: nekah


Wortverwandschaften

Kvasir war in der nordischen Mythologie ein Weiser, der durch den Speichel der Göttergeschlechter, der Asen und der Wanen, entstand. Diese spuckten in einen Krug, um das Ende ihres Konflikts zu besiegeln. Die Asen formten daraufhin den Weisen Kvasir. Alle Menschen, die ihm begegneten, unterbrachen ihre Tätigkeit, um ihm zuzuhören.

Kvasirs Ende kam mit den Zwergen Fjalar und Galar, die ihn töteten, um an seine Weisheit zu gelangen. Sie brauten aus seinem Blut und aus Honig den Skaldenmet, der jedem, der davon trank, die Gabe der Dichtkunst verlieh. In den Überlieferungen der Skandaj gibt es eine ähnliche Geschichte. Dort wird berichtet, dass Kwasir von zwei Narren, der Selbstüberschätzung (eate), und der Faulheit (koneto [nasses Fell]), gejagt wird, weil sie seine Weisheit wollten. Sie erschlugen ihn und raubten seinen Speichel. Diesen füllten sie in eine Kiste, die daraufhin alle Fragen beantworten konnte. Die Menschen fragten die Kiste dieses und jenes und vergassen schon bald zu fragen, wie die Kiste denn funktionieren würde, denn damit der Speichel in der Maschine noch besser flösse, machte man kleine Kurbeln und Leitungen und allerhand Dinge hinein. So arbeitete die Maschine lange Zeit und niemand wusste mehr, weshalb und wie sie arbeitete. Eines Tages aber kam Kwasir wieder zurück, denn er war nicht gestorben, sondern nur hundert Jahre lang bewusstlos gewesen. Er ging zu der Maschine, schaute sie sich an und lächelte. Dann nahm er ein grosses Brett, schrieb darauf das Alphabeth und legte ein grosses Buch daneben. Und so kam es, dass einige Menschen die Buchstaben lernten und das Buch lasen. Sie wurden fortan Kwasit (Wissende) genannt.


Verzeichnisnummer

AL0172


Herkunft

Ur-Alaju. Wortstamm *ku- (In Erfahrung bringen) und siri (Kopf). In etwa: Im Kopf spüren


Ch'apis

kwasi


Quelle


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