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Jari Weidenbaum

Biografie

Jari Weidenbaum (1929 in Dortmund bis 2013 in Washington D.C.) war ein Biologe mit Fachgebiet Astrobiologie sowie Informatiker auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz. Seine Familie stammte ursprünglich vom Skandaj-Clan der Widan (ursprünglich ueta, Alaju aus ue und ta: wo? da! in der Bedeutung in etwa: der, von welchem man nicht weiss, wo er ist) ab, die als Fahrende im zentraleuropäischen Raum ihren Unterhalt mit dem Aufsetzen von Schriftstücken wie Briefe, offizielle Anfragen usw. bestritten. Der Name Weidenbaum taucht 1651 im Rodel der Stadt Basel das erste Mal auf, wo die Familie ab 1620 ein kleines Haus besass. Im 18. Jahrhundert liess sich ein Teil der Familie in der Nähe von Dortmund nieder und änderte ihren Namen auf Weidenbaum, wohl um sich einen jüdischen Namen zu geben, der ihnen verschiedene Geschäfte ermöglichte. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten emigrierte die Familie nach Madison in Wisconsin USA. Jari Weidenbaum war mit Josephine Fitzpatrick verheiratet. 1998 trennten sich die beiden und Jari lebte bis zu seinem Tod 2013 mit Miguel Sanches, einem ursprünglich aus Buenos Aires stammenden Pizzabäcker, zusammen.


Forschung

Jari studierte unter Joshua Lederberg Biologie, machte jedoch bereits früh mit dessen Frau Esther Bekanntschaft, die ihn für die Genetik begeisterte. 1957 ging er mit Lederberg als Assistent zur NASA und half dort beim Aufbau eines Labors für Exobiologie (heute Astrobiologie), das 1969 als separate Forschungsstelle der NASA grosse Aufmerksamkeit erregte. Zwei Jahre zuvor promovierte er mit der Arbeit «Die Exobiologie als Gedankenmodell moderner Verwaltungsstrukturen unter Einbezug der Erkenntnisse der Forschungen der künstlichen Intelligenz». Seine These über den Aufbau einer künstlichen Intelligenz nicht als Konstrukt des Menschen, sondern ein sich über Evolution selbst erschaffendes System, verlief weitgehend im Sand, traf aber bei der damaligen Forschungsgemeinde im Bereich künstliche Intelligenz auf grosses Interesse. Der Ansatz, einem Computer lediglich die Fähigkeit zu geben, selber zu lernen, und ihn dann mit Daten zu füttern bzw. ihm alle Daten der Welt zur Verfügung zu stellen, konnte nie verwirklicht werden.

Ab 1983 verlegte Jari Weidenbaum seine Forschung auf mögliche kristalline Lebensformen bzw. darauf, wie in solchen durch elektromagnetische Spannungen selbstordnende Systeme entstehen könnten.